Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon Kampfkuchen » Do 2. Sep 2021, 15:12

So, ich kopple das Thema mal aus, da es sich zwar um mein Auto handelt, aber es sich rauskristallisiert, dass ich nicht der einzige mit den 100/100daN auf der Hinterachse bin.

Noch mal zu den Fakten:

Meine Bremswerte:

Vorn links, vorn rechts, hinten links, hinten rechts, Feststellbremse links, Feststellbremse rechts, Gesamtabbremsung, Bestanden

    2015
    310, 320, 100, 90, 150, 130, 47,2%, ja

    2017 a
    250, 260, 100, 90, 150, 160, 40%, nein

    2017 b
    330, 340, 110, 100, 150, 160, 50,7%, ja

    2019 a
    280, 300, 100, 100, 110, 150, 44,9%, nein

    2019 b
    300, 320, 110, 140, 110, 150, 50,1%, ja

    2021 a
    231, 243, 97, 101, 97, 127, 38,7% - nein

    2021 b
    240, 240, 100, 125, 150, 150, ?? - nein

Was bereits geprüft wurde:

    Spiel am Hauptbremszylinder und Bremsdruckverstärker
    ABS Hydraulikeinheit getauscht
    zwei Mal entlüftet
    Gummileitung gegen Stahlflex getauscht
    Bremsleitungen
    Hauptbremszylinder

Warum denke ich, dass das nicht richtig ist?

Einige schreiben, dass sie ähnliche Werte haben, jedoch haben andere (und da glaube ich weniger an einen Fehler) hinten höhere Bremswerte um ca. 150. Dazu schaffen sie es mit der Bremse der HA auch zur Blockiergrenze, meine drehen fröhlich weiter.
Dazu kommt, dass ich es selbst mit Handbremse nicht auf der Straße zum Blockieren schaffe - auch das schaffe ich mit zwei anderen GEs recht einfach.

qwertzo schickt mir die Tage ein Druckregelventil für die HA zu, welches ich dann einbauen und testen werde. Diesmal wird dann per Druckluft entlüftet und noch mal mit Hammer gegen die einzelnen Komponenten gedängelt, damit da auch die letzte Luft noch mal bewegt wird.

Persönlich finde ich das Bremspedal auch viel zu weich und weiß nicht ob das so richtig ist.

Eine andere Problematik sehe ich darin, dass es bei mir fast immer Grund für EM sind, wohingegen commander_keen mit seinen (deutlich) schlechteren Werten noch besteht (Gesamtabbremsung bei mir mit 47% nicht bestanden, bei ihm sogar mit 40).

Dafür gibt es meiner Meinung nach nur zwei Möglichkeiten:

    Der Prüfer prüft nach anderen Maßstäben als für den GE zur Zeit seiner Zulassung galten
    Der GE bremst zu schwach

Ich finde es nach wie vor bedenklich, dass die Hinterräder auf dem Bremsenprüfstand fröhlich weiterdrehen und das ist nach Aussage der Prüfer definitiv nicht normal.

Hier noch die Bremswerte der anderen:

Ehemals Muxas 2.5er MT (93):
280, 270, 140, 160, 110, 150, 48,9'%

Ehemals Goldis 2.0er AT (96):
250, 250, 150, 160, 90, 150, 46%

Beide haben Prozentual weniger, aber dafür einfach vorn viel weniger als ich teilweise mit >300 (mit denen ich dann trotzdem durchgefallen bin).

commander_keen hat geschrieben:Meine Historie zeigt fast schon gut, wo die untere Grenze ist:

Bild


Ebenfalls überprüft:
commander_keen hat geschrieben:
Kampfkuchen hat geschrieben:Das ist bei allen GEs so, die ich gefahren bin. Bei euch nicht? Also wirkt nicht so, abe rwenn man durchdrückt und dann leicht zurückgeht und gleich wieder drückt hört man den Anschlag, ansonsten fühlt es sich nicht so an.

Nee, da sind bei mir immer 2-3 Finger Platz:
Bild

Video: https://imgur.com/a/nxpDt6B

Check vielleicht mal deine Einstellung und Abstände:
Bild
Abstand zwischenn Pedal(oberseite) und Bodenblech 85mm mind.
Wenn die alle stimmen, hast du wohl ein Problem mit dem Drucksystem.


https://www.youtube.com/watch?v=aTEnIRr8iAM

Mir fällt sonst nicht mehr so viel ein, außer dass der Hauptbremszylinder zu spät anfängt Druck aufzubauen, dass das Regelventil zu sehr drosselt, irgendwo Luft verblieben ist oder irgendwas sich ausdehnt (kein Gummi, schließe ich aus). Eventuell ist der Abstand der Kolben bzw der Beläge zur Scheibe auch zu groß, wo ich nicht wüsste, wie man das korrigieren wollen würde. Fiele mir nur der Hauptbremszylinder und seine Bohrungen ein. Aber die sind für mich erstmal fix
BildBild
Benutzeravatar
Kampfkuchen
 
Beiträge: 2986
Registriert: Do 8. Aug 2013, 17:22
Wohnort: Berlin
Modell: '93 626 GE 24V 2.5i
Postleitzahl: 12105
Land: Deutschland

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon commander_keen » Do 2. Sep 2021, 16:17

Dass du vorn auffällig mehr hast als alle anderen aber hinten ständig zu wenig würde ja potentiell für ein Problem mit dem Verteiler-Ventil sprechen.

Was davon aber leider nicht mit erschlagen wird, ist deine Handbremse. :-/
Hast du denn noch Reserven am Handbremshebel? Bei mir mussten sie die Schraube nach dem Wechsel der Bremsseile schon so weit rausdrehen, dass sie mich förmlich im Innenraum "angeguckt" hat.
Bild - "A lot of people couldn't tell you what a 626 looks like, but when they see it they think it looks smart."
Benutzeravatar
commander_keen
Moderator
 
Beiträge: 4470
Registriert: Di 10. Jan 2006, 19:18
Wohnort: bei Stuttgart
Modell: Bj.96 - 16V - FLH
Postleitzahl: 71254
Land: Deutschland

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon Kampfkuchen » Do 2. Sep 2021, 17:42

Ne, Reserven sind da gar nicht mehr... Die ist auf Maximum und am Zughebel des Sattels ist immernoch Spiel am Seil.
BildBild
Benutzeravatar
Kampfkuchen
 
Beiträge: 2986
Registriert: Do 8. Aug 2013, 17:22
Wohnort: Berlin
Modell: '93 626 GE 24V 2.5i
Postleitzahl: 12105
Land: Deutschland

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon jwbehrendt » Fr 3. Sep 2021, 10:34

Da hilft nur eins: ausbauen & Seillängen (Seele) nachmessen.
Falls das i.O. ist, das Verteilerseil am Handbremshebel ausbauen & nachmessen, Soll-Länge ist m.W. 250mm.

Die Xedos 6 haben die gleichen Teile & Probleme.

So long,
John
Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daherfahren.
Leonardo Da Vinci (1452 - 1519)
jwbehrendt
 
Beiträge: 123
Registriert: Fr 4. Sep 2020, 16:58
Postleitzahl: 55442
Land: Deutschland

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon Kampfkuchen » Fr 3. Sep 2021, 16:03

Wenn ich tatsächlich die Tage noch auf die Hebebühne fahre um die Schweller zu montieren/tauschen werde ich das mal kontrollieren. Aber ob ich die Seile auch ausbaue muss ich mal sehen. Ich hab damals einen haufen Wärmeschutzfolie angebracht und die ist leider über dem Handbremsseil. Ich weiß nicht ob man da so gut rankam.

Alternativ hatte ich mal aus einem Schlachter Handbremsseile bekommen. Die könnte ich einfach einbauen und schauen ob es dann besser ist.

Eine weitere Überlegung war, weil am einfachsten, schauen wie viel Gewinde noch übrig ist und ggf. einfach 1cm absägen, so dass man mehr Luft nach oben hat. Wenn es unten allerdings kurz vor Anschlag ist, hilft das absolut nicht.
BildBild
Benutzeravatar
Kampfkuchen
 
Beiträge: 2986
Registriert: Do 8. Aug 2013, 17:22
Wohnort: Berlin
Modell: '93 626 GE 24V 2.5i
Postleitzahl: 12105
Land: Deutschland

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon commander_keen » Fr 3. Sep 2021, 16:16

Ich befürchte eher, letzteres ist das Problen. ^^
Bild - "A lot of people couldn't tell you what a 626 looks like, but when they see it they think it looks smart."
Benutzeravatar
commander_keen
Moderator
 
Beiträge: 4470
Registriert: Di 10. Jan 2006, 19:18
Wohnort: bei Stuttgart
Modell: Bj.96 - 16V - FLH
Postleitzahl: 71254
Land: Deutschland

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon Mazda RX-7 SA » Mo 27. Sep 2021, 12:56

Ja, komische Geschichte bei deinen Bremsen.
Kannst du bei der Auflistung deiner Bremswerte noch ergänzen WO du da zur Prüfung warst? Und wenn möglich ob die Prüfungen von unterschiedlichen Personen gemacht wurden? Vorallem bei denen wo ein zweiter Anlauf nötig war. Gibt es bei den Prüfstellen auch verschiedene Prüfstände?


Kampfkuchen hat geschrieben:Persönlich finde ich das Bremspedal auch viel zu weich und weiß nicht ob das so richtig ist.


Das könnte ein Hinweis auf Luft im System sein. Dazu passt aber nicht, dass an der VA teilweise höhere Werte hast als andere.
Daher würde das zu einem fehlerhaften Druck-Reduzierventil passen.



Kampfkuchen hat geschrieben:Der Prüfer prüft nach anderen Maßstäben als für den GE zur Zeit seiner Zulassung galten


Das und die Genauigkeit* der Prüfung halte ich auch für einen noch zu großen Einfluß-Faktor.
*) Genauigkeit und vorallem Gleichmäßigkeit, weil es ja doch auch vom Druck aufs Pedal ankommt


Kampfkuchen hat geschrieben:Ich finde es nach wie vor bedenklich, dass die Hinterräder auf dem Bremsenprüfstand fröhlich weiterdrehen und das ist nach Aussage der Prüfer definitiv nicht normal.


Da wäre ich mir nicht so sicher. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir von einem 30 Jahre alten Fzg. reden! Noch dazu einem Japaner die i.d.R. nicht überdimensionierte Bremsen haben. Nachdem der GE auf der HA eher nicht so schwer ist und auch das Gesamtgewicht eher unter leicht fällt, muss die Bremsleistung hinten generell mMn nicht so hoch sein. Daher kann ich mir durchaus vorstellen, dass es normal ist dass die hinteren Räder nicht zum Blockieren gebracht werden können müssen.

Für eine relativ sichere Aussage ob die (HA-)Bremse i.O. ist wäre der Bremsdruck im Sattel. Soweit ich mich erinnere stehen im WHB Werte dafür, aber zumindest eine Grafik/Kennlinie vom Druck-Reduzierventil.
Benutzeravatar
Mazda RX-7 SA
 
Beiträge: 661
Registriert: Mi 9. Mai 2018, 12:44
Wohnort: Wörthersee
Modell: RX-7 '81; X6 V6; X9 FL
Land: Oesterreich

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon Kampfkuchen » Mo 27. Sep 2021, 17:48

Mazda RX-7 SA hat geschrieben:Kannst du bei der Auflistung deiner Bremswerte noch ergänzen WO du da zur Prüfung warst? Und wenn möglich ob die Prüfungen von unterschiedlichen Personen gemacht wurden? Vorallem bei denen wo ein zweiter Anlauf nötig war. Gibt es bei den Prüfstellen auch verschiedene Prüfstände?

Fast alles beim gleichen, bis auf eine Prüfung. DEKRA bzw das eine Mal TÜV bei einer freien Werkstatt. Die DEKRA hat zwei Bremsprüfstände. Ich glaube aber nicht an eine Toleranz, da dann hinten entsprechend auch stark variieren müsste.

Ich bestehe jedesmal darauf, dass bis zum Anschlag gedrückt wird.

Mazda RX-7 SA hat geschrieben:Das könnte ein Hinweis auf Luft im System sein. Dazu passt aber nicht, dass an der VA teilweise höhere Werte hast als andere.


Ich kenne Luft im System aber so, dass man durch Pumpen zeitweise bessere Bremswerte erreicht, das ist nicht der Fall.

Mazda RX-7 SA hat geschrieben:Da wäre ich mir nicht so sicher. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir von einem 30 Jahre alten Fzg. reden! Noch dazu einem Japaner die i.d.R. nicht überdimensionierte Bremsen haben.


Erklärt aber nicht die besseren Bremswerte inkl. die Blockiergrenze bei einem Kumpel und meinem Cousin.

Mazda RX-7 SA hat geschrieben:Für eine relativ sichere Aussage ob die (HA-)Bremse i.O. ist wäre der Bremsdruck im Sattel. Soweit ich mich erinnere stehen im WHB Werte dafür, aber zumindest eine Grafik/Kennlinie vom Druck-Reduzierventil.


War auch meine Überlegung mal den Druck zu messen um zu schauen ob da was nicht stimmt.
BildBild
Benutzeravatar
Kampfkuchen
 
Beiträge: 2986
Registriert: Do 8. Aug 2013, 17:22
Wohnort: Berlin
Modell: '93 626 GE 24V 2.5i
Postleitzahl: 12105
Land: Deutschland

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon Mazda RX-7 SA » Di 28. Sep 2021, 12:12

Wenn das auswechseln des Reduzier-Ventils nix bringt, wäre es noch eine Überlegung wert einmal nur das leere Gehäuse (also ohne jeglicher Druck-Reduzierung) einzubauen. Müsste man nur schauen ob das geht.
Benutzeravatar
Mazda RX-7 SA
 
Beiträge: 661
Registriert: Mi 9. Mai 2018, 12:44
Wohnort: Wörthersee
Modell: RX-7 '81; X6 V6; X9 FL
Land: Oesterreich

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon Kampfkuchen » Di 28. Sep 2021, 14:33

Wenn ich das richtig sehe sind dort verpresste Deckel drauf, die sollten sich entfernen lassen und man müsste ans Innenleben kommen. Aber das sehe ich dann. Ich weiß noch nicht ob ich das "neue" vorher zerlege oder dann mein altes.
BildBild
Benutzeravatar
Kampfkuchen
 
Beiträge: 2986
Registriert: Do 8. Aug 2013, 17:22
Wohnort: Berlin
Modell: '93 626 GE 24V 2.5i
Postleitzahl: 12105
Land: Deutschland

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon Mazda RX-7 SA » Di 28. Sep 2021, 20:51

Ich würde denke ich das alte ausgebaute zerlegen.
Benutzeravatar
Mazda RX-7 SA
 
Beiträge: 661
Registriert: Mi 9. Mai 2018, 12:44
Wohnort: Wörthersee
Modell: RX-7 '81; X6 V6; X9 FL
Land: Oesterreich

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon Mazda RX-7 SA » Do 30. Sep 2021, 20:11

Hast du eingentlich den Versuch gemacht beim Entlüften den Motor laufen zu lassen?
Obst es mir glaubst oder nicht, beim GD mit ABS hats was gebracht...
Benutzeravatar
Mazda RX-7 SA
 
Beiträge: 661
Registriert: Mi 9. Mai 2018, 12:44
Wohnort: Wörthersee
Modell: RX-7 '81; X6 V6; X9 FL
Land: Oesterreich

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon Kampfkuchen » Fr 1. Okt 2021, 02:17

Habe im Diagnosemodus die Pumpe laufen lassen, Motor nicht.

Hat der GD nicht eine Unterdruckspeicher im ABS? Ich wüsste halt nicht was sich beim GE ändern soll.
BildBild
Benutzeravatar
Kampfkuchen
 
Beiträge: 2986
Registriert: Do 8. Aug 2013, 17:22
Wohnort: Berlin
Modell: '93 626 GE 24V 2.5i
Postleitzahl: 12105
Land: Deutschland

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon commander_keen » Fr 1. Okt 2021, 09:28

Mehr als laufende Pumpe macht ein laufender Motor ggf. auch nicht.
Bild - "A lot of people couldn't tell you what a 626 looks like, but when they see it they think it looks smart."
Benutzeravatar
commander_keen
Moderator
 
Beiträge: 4470
Registriert: Di 10. Jan 2006, 19:18
Wohnort: bei Stuttgart
Modell: Bj.96 - 16V - FLH
Postleitzahl: 71254
Land: Deutschland

Re: Zu wenig Bremsdruck auf der HA?

Beitragvon Kampfkuchen » Fr 1. Okt 2021, 13:01

Im Diagnosemodus werden zudem auch noch die Ventile geschaltet.

Bekannter mit 323 meinte, dass er damals immer mit einem Hammer beim Entlüften vorsichtig gegen die Sättel geklopft hat, damit sich die Blasen noch mal "lösen", hätte bei ihm wohl Wunder bewirkt.

Ich muss sowieso noch mal entlüften, wenn ich das Reduzierventil tausche.
BildBild
Benutzeravatar
Kampfkuchen
 
Beiträge: 2986
Registriert: Do 8. Aug 2013, 17:22
Wohnort: Berlin
Modell: '93 626 GE 24V 2.5i
Postleitzahl: 12105
Land: Deutschland

Nächste

Zurück zu Fahrwerk

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste